Wissensdatenbank
Hier finden sie gesammeltes Wissen über die Historie der Stadt Ahrensburg und dessen Umgebung. Zusammengeführt durch die Arbeit des Historischen Arbeitskreis Ahrensburg.
700 Jahre Ahrensburg
2014 feierte Ahrensburg (Woldenhorn) sein 700jähriges Bestehen gemäß seiner ersten Erwähnung im Teilungsvertrag der Schauenburger Grafen vom 13.04.1314.
Ab 1327 gehörte Woldenhorn zum Zisterzienserkloster Reinfeld. Nach der Reformation zwang der dänische König gegen 1567 das Kloster zur Abtretung der Klostervogtei an den verdienten Feldherrn Daniel Rantzau. Dessen Bruder errichtete Schloss und Schlosskirche Ahrensburg. Sieben Generationen der Rantzaus herrschten über Woldenhorn.
1759 verkaufte Christian Rantzau das heruntergewirtschaftete Gut an den Hamburger Kaufmann H.C. Schimmelmann. Schimmelmann gestaltet das Dorf Woldenhorn zur Stadtanlage um, die noch heute im Zentrum von Ahrensburg zu erkennen ist.
Am 1.6.1869 beschloss die Gemeindeversammlung, „Woldenhorn“ in „Ahrensburg“ umzubenennen.
Ahrensburg Heute
Ahrensburg hat sich im Laufe seiner Geschichte stark gewandelt. Ursprünglich ein Dorf namens Woldenhorn, wurde es 1869 zur Landgemeinde Ahrensburg umbenannt. Die symmetrische Straßenanordnung, gestaltet durch Heinrich Carl Schimmelmann im 18. Jahrhundert, prägt bis heute das Bild der Innenstadt. Ab dem 19. Jahrhundert führte die Bahnverbindung zu einer wachsenden Bevölkerung, darunter wohlhabende Hamburger Kaufleute. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge und Vertriebene. Die Stadt entwickelte sich weiter, mit neuen Wohngebieten und Gewerbeflächen, und zählt heute rund 35.000 Einwohner. Ahrensburg ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Metropolregion Hamburg.
Das Ahrensburger Schloss
Schloss Ahrensburg, ein ehemaliges Herrenhaus im Stil der Spätrenaissance, wird seit dem 18. Jahrhundert als Schloss bezeichnet. Es wurde um 1585 von Peter Rantzau erbaut und diente sieben Generationen der Grafen Rantzau und sechs der Grafen Schimmelmann als Wohnsitz. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten verließen letztere 1932 das Schloss. Seit 1955 beherbergt es ein Museum zur Adelskultur Schleswig-Holsteins. Das Schloss liegt malerisch auf einer Insel, umgeben von einem Park im englischen Stil. Nach umfassenden Sanierungen wurde es 2015 wiedereröffnet. Heute ist Schloss Ahrensburg ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen der Stadt und als nationales Kulturgut anerkannt.
Der Dreizack
Dreizack, der Begriff bezieht sich auf die Straßenführung der barocken Ortsanlage durch Heinrich Carl Schimmelmann. Wann sich der Begriff Dreizack gebildet hat, ist nicht bekannt, aber er beschreibt sie Straßenführung bildlich.
Die Burg Arnesvelde
Die Burg Arnesvelde, ursprünglich zur Sicherung der Region um das Jahr 1200 errichtet, lag im heutigen Forst Hagen nahe dem heutigen Ahrensburg. Sie diente als Schutzburg und Sitz des adligen Vogtes. Nach einer wechselvollen Geschichte, die u. a. den Besitzwechsel an das Reinfelder Zisterzienserkloster umfasste, wurde die Burg 1594 von Peter Rantzau abgetragen. Die Überreste wurden zum Bau des heutigen Schlosses Ahrensburg verwendet. Die Burg Arnesvelde ist im Wappen der Stadt Ahrensburg dargestellt.
Die Grafen Schimmelmann
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Die Grafen Rantzau
Die Grafen Rantzau sind ein weitverzweigtes Geschlecht der schleswig-holsteinischen Uradels, aus dem Abkömmlinge sieben Generationen das Gebiet des heutigen Ahrensburg regierten. Der Beginn war, dass 1567 der dänische König das Klostergut Woldenhorn an Daniel Rantzau übertrug, dessen Bruder Peter das Schloss Ahrensburg errichtete. Er baute das Herrenhaus im Renaissance-Stil sowie die Schlosskirche und die Gottesbuden. Peter Rantzau starb 1602, und seine Nachfahren führten das Gut durch schwierige Zeiten, darunter Kriege und Epidemien. Die Versuche der adligen Herren, im Rahmen des Feudalsystems die Erträge der Gutes zu steigern, bewirkten zeitweise Arbeitskämpfe und rechtliche Streitigkeiten mit den leibeigenen Bauern. Der wirtschaftliche Niedergang der Gutswirtschaft erzwang schließlich den Verkauf. 1759 erwarb Heinrich Carl Schimmelmann Schloss und Gut und die zugehörigen Ortschaften, darunter Woldenhorn (das spätere Ahrensburg).
Die Schloßkirche
Die Schlosskirche Ahrensburg wurde 1594–1596 von Graf Peter Rantzau als Gotteshaus für das nahe Schloss, Begräbnisstätte der gräflichen Familie und Gemeindekirche errichtet. Die Innenausstattung wurde nach Zerstörung im Jahr 1713 erneuert, u. a. mit einem Kanzelaltar von Carl Döbel. Die Kirche verfügt über gotische Fenster und ein seltenes spätgotisches Gewölbe. 1778 wurde der Glockenturm ergänzt, in dem sich bis heute drei Glocken befinden. Der alte Friedhof umgibt die Kirche, eingeschlossen von den „Gottesbuden“, die Peter Rantzau als Armenwohnungen stiftete. Die Kirche ist Bestattungsort von Mitgliedern der Familie Rantzau, der dahinter liegende Friedhof derer von Schimmelmann.
Der Marstall
Das 1845 bis 1846 erbaute Marstallgebäude ist Teil der historischen Gutsanlage. Heute wird das Gebäude für vielfältige Kulturveranstaltungen wie Musik, Theater, Kunst und Kabarett für Menschen jeden Alters genutzt. Vom Schloss aus blickt man auf die Stallhalle, den vorderen, älteren Teil des Gebäudes. In diesen Räumlichkeiten wird in der „Galerie am Marstall“ vorwiegend zeitgenössische Kunst gezeigt. Rechts und links von der Stallhalle liegen die Remisen, die früheren Kutschenhallen. Die ehemalige Reithalle befindet sich hinter dem Gebäude. Sie wurde 2006 zu einer modernen Veranstaltungshalle umgebaut. Mit dem zeitgleich vorgebauten, modernen Foyer bildet sie das Herzstück des Kulturzentrums Marstall.
Das Tunneltal
Das Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal ist ein 339 Hektar großes Naturschutzgebiet nahe Ahrensburg. Es entstand in der letzten Eiszeit als glaziale Rinne durch Schmelzwasser unter dem Gletschereis. Nach der Eiszeit bildete sich ein See, an dessen Ufern sich vor etwa 13.000–10.000 Jahren Rastplätze von Rentierjägern befanden. Das Tunneltal beherbergt bedeutende archäologische Fundstätten, die durch Alfred Rust entdeckt wurden. Dank der feuchten Sedimente sind organische Überreste wie Zelte, Holzpfeile und Tierknochen der Ahrensburger Kultur gut erhalten.
