2014 feierte Ahrensburg 700 Jahre Woldenhorn 

Drei Adelsgeschlechter haben die Geschichte des späteren Ahrensburg geprägt: die Schauenburger, die Rantzaus und die Schimmelmanns. 

Das Geschlecht der Schauenburger Grafen herrschte von 1111 bis 1640 in Holstein, zeitweise auch in Schleswig, oft im Ringen mit Dänemark. Ihr Erkennungszeichen war ein als „Nesselblatt“ bekannt gewordenes Zackengebilde. Wegen der Bedeutung der Schauenburger Grafen für Schleswig und Holstein hat das Land am 18. Januar 1957 ein „Nesselblatt“ in das Landeswappen genommen.  

Die dänischen Könige Knut VI. (*1162 o. 63/1182-1202†) und Waldemar II. (*1170/1202-1241†) eroberten zwischen 1200 und 1203 Holstein und Stormarn sowie die Städte Hamburg, Lübeck und Ratzeburg. Sie vertrieben auch die in Holstein herrschenden Schauenburger. Der Schauenburger Graf Adolf IV. (*vor 1205 – 1261†) kehrte 1227 an der Spitze einer Koalition aus norddeutschen Adligen, der jungen Reichsstadt Lübeck und den Dithmarschen (die angeblich noch vor der Entscheidungsschlacht die Seite zu Adolf IV. wechselten) in den Norden zurück. Bei Bornhöved besiegte er das Heer König Waldemars II und beendete den dänischen Traum von einem Ostseeimperium. 

Erbteilung 

Als Adolfs IV. Sohn Graf Gerhard I. 1290 starb, teilten seine Söhne die Grafschaft von Holstein-Itzehoe in die drei Grafschaften Rendsburg (Heinrich I.), Pinneberg (Adolf VI.) und Plön (Gerhard II.) auf: 

Nach dem Tode Graf Gerhards II. im Jahre 1312 herrschten seine Söhne Gerhard IV., der von 1300 bis 1311 Domprobst in Lübeck war, und sein noch unmündiger Halbbruder Henneke (der spätere Johann III., * ca. 1297 – 1359 †) gemeinsam über Holstein-Plön. 

Das Dorf Woldenhorn 

Am 14. April 1314 übergab Graf Adolf VI. von Holstein-Pinneberg (* 1256 – 1315 †) seinen Neffen Graf Gerhard IV. und Junker Henneke neben anderen Dörfern auch Woldenhorn. Graf Gerhard IV. verkaufte am 7. Juni 1314 seinen ganzen Besitz in Holstein, Stormarn und Schauenburg an seinen Bruder Henneke. 1315 wurde Henneke in einer Urkunde „Johann, Graf von Holstein“ genannt. Er regierte als Graf Johann III. von Holstein-Plön. 

Erste urkundliche Erwähnung von Woldenhorn 

Woldenhorn wurde am 14.April 1314 im Teilungsvertrag zwischen Graf Adolf VI. von Holstein-Pinneberg und seinen Neffen Graf Gerhard IV. von Holstein-Plön und dessen Halbbruder Junker Henneke (der spätere Johann III.) erstmalig urkundlich erwähnt. 

Ausschnitt aus der Urkunde, Übersetzung aus dem Mittelniederdeutschen: „Weiterhin zu diesen vorgenannten Stücken hat Graf Adolf überlassen seinen Neffen Graf Gerhard und Junker Henneke, und ihren rechten Erben von seinem eigenen Gut, das vorher sein allein war, drei Dörfer in dem Kirchspiel zu Oldesloe, Nütschau, Blumendorf, und Voßberghe, und in dem Kirchspiel zu Bergstedt vier Dörfer, Woldenhorn mit allen Grenzen, Schmalenbeck mit seinen Grenzen, […] Wulfsdorf […] Bünningstedt . 

[…] Dieser Brief ist gegeben zu Hamburg dreizehn hundert Jahr in dem vierzehnten Jahre nach Gottes Geburt in dem achten Tag nach Ostern, und ist besiegelt mit Siegeln Grafen Adolf und Grafen Gerhard, der zwei vorgenannten Herren.“ 

Das in der Urkunde erwähnte Voßberge (Vosberch) ist vermutlich die heute „Ohldörp“ genannte Liegenschaft nordöstlich des Dorfes Rümpel.

Die Burg Arnesvelde

Sitz der Vogtei der Schauenburger Grafen, zu der auch Woldenhorn gehörte, war die Arx Arnsburga, im Forst Hagen gelegen. 1295 wird sie als Sitz eines „Nicolaus de Arnesvelde“ erwähnt. Johann III. von Holstein und Schauenburg aus Plöner Linie nahm zeitweise seinen Sitz auf der Burg Arnesvelde. 

Unter dem Krummstab 

Im Jahre 1327 tauschte Graf Johann III. die Dörfer Woldenhorn, Ahrensfelde, Meilsdorf und Beimoor gegen Groß- und Kleintrittau sowie Krumbek, die zum Zisterzienserkloster Reinfeld gehörten. Im Namen des Klosters verwaltete dessen Vogt von einem Meierhof das hiesige Gebiet. Die Zisterziensermönche betrieben energisch Landesentwicklung, Trockenlegung von Sümpfen, Regulierung der Gewässer, Teichwirtschaft und Dammbau und Anlage landwirtschaftlicher Musterbetriebe. 

Säkularisation 

Im Zuge der Säkularisation als Folge der Reformation zwang der dänische König 1567 den letzten Abt des Klosters Reinfeld, Eberhard, die Klostervogtei Woldenhorn mit den dazugehörigen Dörfern an seinen verdienten Feldherren Daniel Rantzau abzugeben. Nach dessen frühem Tod übernahm sein Bruder Peter den Besitz und baute Schloss und Gutshof, nunmehr Ahrensburg genannt. Sieben Generationen sollten die Rantzauer über Woldenhorn herrschen.  

Die Schimmelmann-Ära 

Nachdem Graf Christian Rantzau das Gut Ahrensburg gänzlich heruntergewirtschaftet hatte, verkaufte er dies an den vermögenden Hamburger Kaufmann Heinrich Carl Schimmelmann. Dieser gestaltete seinen Besitz mit viel Energie, Einfallsreichtum und hohem finanziellem Aufwand umfassend neu und schuf die Grundlagen für die heutige Stadt Ahrensburg. 

Aus Woldenhorn wurde Ahrensburg:

Am 1. August 1865 fuhr der erste Zug auf der Eisenbahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck. Der Bahnhof am Rande des Dorfes Woldenhorn befand sich auf einem Gelände, das zum „Schloss und Gut Ahrensburg“ des Grafen Schimmelmann gehörte. 
Die Bahnstation erhielt deshalb den Namen „Ahrensburg“. 
Am 1. Juni 1869 wurde auf Beschluss der Gemeindeversammlung der Ortsname „Woldenhorn“ durch „Ahrensburg“ ersetzt. 


Quellen: 

Reichardt, Herzfeld, Pioch, Ahrensburg. Grafen, Lehrer und Pastoren. Husum 1995

Wikipedia Artikel „Haus Schauenburg“ https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Schauenburg

Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Die Schauenburger: 348 Jahre Herrscher über Holstein.. https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/s/schauenburger/

Eigener Artikel: siehe „Die Burg Arnesvelde“